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Schimmelbildung nach dem Fenstertausch verhindern – Richtig lüften

14. Sept.
4 Min. Lesezeit

Der Austausch veralteter Fenster gegen moderne, dreifach verglaste Energiesparfenster gehört zu den effektivsten Maßnahmen bei der energetischen Gebäudesanierung. Neue Fenstersysteme schließen im Gegensatz zu alten undichten Holz- oder Kunststoffrahmen absolut luftdicht ab. Diese Eigenschaft hält die wertvolle Heizwärme im Haus und senkt Ihre Energiekosten spürbar. Allerdings verändert sich durch den Wegfall der ungewollten Fugenzirkulation die gesamte Bauphysik im Gebäude grundlegend.


Die im Alltag entstehende Luftfeuchtigkeit durch Kochen, Duschen oder Pflanzen kann ohne aktives Gegenwirken nicht mehr eigenständig nach draußen entweichen. Schlägt sich diese feuchte Raumluft an den kältesten Stellen der Außenwand nieder, entsteht schnell ein idealer Nährboden für Pilzsporen. Eine fachgerechte Planung im Vorfeld und das richtige Verhalten nach der Montage verhindern diese Probleme jedoch zuverlässig.




Warum moderne Energiesparfenster das Raumklima und die Luftfeuchtigkeit verändern


Alte Fensterelemente wirken in Bestandsgebäuden jahrzehntelang wie eine permanente, unkontrollierte Lüftung. Die Raumluft entweicht kontinuierlich durch undichte Rahmenfalze, während trockene Außenluft nachströmt. Dieser Prozess verhindert zwar eine zu hohe Luftfeuchtigkeit, verschwendet jedoch enorme Mengen an teurer Heizenergie.


Moderne Fensterkonstruktionen unterbinden diesen Energieverlust durch hochentwickelte Mehrkammerprofile und mehrere umlaufende Dichtungsebenen vollständig. Dadurch bleibt die Feuchtigkeit, die in Form von mehreren Litern Wasserdampf an die Raumluft abgibt, im Inneren des Hauses gefangen.

Steigt die relative Luftfeuchtigkeit in den Wohnräumen dauerhaft über einen kritischen Wert von 60 Prozent, drohen Feuchtigkeitsschäden an den Wänden. Wir zeigen Ihnen, wie Sie das Zusammenspiel aus Dämmung, Heizung und Luftwechsel perfekt ausbalancieren.


Die Rolle der Außenwand 


Bei ungedämmten Altbauten bildeten die alten Fensterscheiben meist den kältesten Punkt im gesamten Raum. War die Luftfeuchtigkeit zu hoch, kondensierte das Wasser gut sichtbar als Tauwasser an der Glasscheibe, von wo aus man es einfach abwischen konnte. Das Glas fungierte als eine Art natürlicher Warnmelder für die Bewohner.

Nach dem Einbau moderner Fenster mit einer Dreifach-Wärmeschutzverglasung verschiebt sich dieser kälteste Punkt an die ungedämmte Außenwand, häufig in die Raumecken oder die Fensterlaibungen. Die warmen, dichten Scheiben lassen kein Kondensat mehr zu, weshalb die Feuchtigkeit nun unsichtbar an das kühlere Mauerwerk abgegeben wird.


Kühlt die Wandoberfläche an diesen geometrischen Schwachstellen unter die sogenannte Taupunkttemperatur ab, verflüssigt sich der Wasserdampf direkt auf der Tapete. Wir beugen diesem Effekt durch den Einsatz thermisch optimierter Randverbunde, der sogenannten „Warmen Kante“, bei Ihren neuen Fenstern effektiv vor.


Das gesetzliche Lüftungskonzept nach DIN 1946-6 als Sicherheitsfaktor


Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) verlangt bei der Modernisierung von bestehenden Gebäuden ein hohes Maß an Luftdichtheit. Um den Gesundheitsschutz der Bewohner und den Schutz der Bausubstanz zu garantieren, fordert die DIN-Norm 1946-6 bei größeren Eingriffen zwingend die Erstellung eines offiziellen Lüftungskonzepts.


Diese Pflicht greift im Wohnungsbau immer dann, wenn im Einfamilienhaus mehr als ein Drittel der vorhandenen Fenster ausgetauscht werden. Es muss rechnerisch nachgewiesen werden, ob der natürliche Luftwechsel über verbleibende Undichtigkeiten ausreicht, um den notwendigen Feuchteschutz sicherzustellen.


Mechanische Fensterfalzlüfter für einen einfachen Feuchteschutz


Die einfachste und wirtschaftlichste Methode, um den geforderten Mindestluftwechsel nach dem Fenstertausch sicherzustellen, ist der Einsatz von dezentralen Fensterfalzlüftern. Diese kleinen, fast unsichtbaren Bauteile werden direkt im oberen Bereich des Fensterflügels oder des Rahmens integriert.


Sie funktionieren rein mechanisch und benötigen für den Betrieb keinen elektrischen Strom. Die Lüfterklappen reagieren selbständig auf den natürlichen Winddruck an der Gebäudeaußenseite. Bei normalem Wetter stehen die Klappen offen und lassen kontinuierlich eine exakt dosierte Menge Frischluft in den Raum strömen, um die Feuchtigkeit abzuführen.


Nimmt der Winddruck bei einem Sturm stark zu, schließen sich die Klappen automatisch, wodurch ungemütliche Zugluft oder das Eindringen von Schlagregen zuverlässig verhindert werden. Mit dieser unauffälligen Technik bleibt Ihre Immobilie auch dann vor Feuchtigkeit geschützt, wenn Sie tagsüber beruflich unterwegs sind oder die Räume nicht manuell lüften können.


  • Kontinuierlicher, automatischer Luftaustausch zum verlässlichen Schutz vor Schimmelbildung

  • Reine mechanische Funktionsweise ohne Stromverbrauch und ohne störende Betriebsgeräusche

  • Automatische Regulierung bei starkem Wind zur zuverlässigen Vermeidung von Zugluft

  • Unsichtbare Integration im Fensterfalz, die das optische Gesamtbild nicht beeinträchtigt

  • Kostengünstige Nachrüstung oder Direktintegration bei der Neuplanung Ihrer Fenster


Richtiges Heizen und Lüften nach der Fenstermodernisierung im Alltag


Das eigene Verhalten in den Wohnräumen entscheidet maßgeblich darüber, ob die Wände trocken bleiben. Das klassische Kipplüften, bei dem das Fenster über Stunden hinweg spaltbreit offensteht, ist nach einem Fenstertausch absolut kontraproduktiv. Dieser Vorgang kühlt die umliegende Fensterlaibung extrem stark ab, führt zu massiven Energieverlusten und erhöht das Risiko für Schimmelbildung in diesem Bereich drastisch.

Wechseln Sie stattdessen konsequent zur sogenannten Stoß- oder Querlüftung. Öffnen Sie die Fenster mehrmals täglich für jeweils fünf bis zehn Minuten vollständig, am besten mit Durchzug über gegenüberliegende Räume. 


Halten Sie zudem die Raumtemperatur in allen genutzten Zimmern möglichst konstant. Ein starkes Auskühlen der Räume unter 16 Grad Celsius begünstigt das Kondensieren von Feuchtigkeit an den Wänden, da kältere Luft deutlich weniger Wasserdampf speichern kann als warme Luft.


  • Mehrmals tägliches Stoß- oder Querlüften für fünf bis zehn Minuten mit weit geöffneten Flügeln

  • Vollständiger Verzicht auf dauerhaft gekippte Fenster während der winterlichen Heizperiode

  • Aufrechterhaltung einer konstanten Mindestraumtemperatur von 16 bis 18 Grad Celsius

  • Nutzung eines einfachen Thermo-Hygrometers zur ständigen Kontrolle der relativen Luftfeuchtigkeit

  • Konsequentes Schließen der Zimmertüren zu kühleren Räumen wie dem Schlafzimmer


Häufig gestellte Fragen zur Schimmelvermeidung nach dem Fenstertausch


Wie hoch darf die Luftfeuchtigkeit nach dem Einbau neuer Fenster maximal sein?

Die relative Luftfeuchtigkeit in den Wohnräumen sollte im Winter idealerweise zwischen 40 und 50 Prozent liegen und den kritischen Wert von 60 Prozent nicht dauerhaft überschreiten. Ein einfaches Hygrometer hilft Ihnen dabei, den optimalen Zeitpunkt für die nächste Stoßlüftung exakt zu bestimmen.

In diesem Fall liegt meist eine thermische Schwachstelle an der ungedämmten Außenwand vor oder die Anschlussfuge wurde beim Einbau nicht fachgerecht nach RAL-Richtlinien abgedichtet. Die Wandoberfläche kühlt an diesen Stellen so stark ab, dass die Raumfeuchtigkeit dort kondensiert und das Pilzwachstum beschleunigt.

Das Offenlassen der Türen transportiert die warme, feuchte Luft meist nur in kühlere Räume wie das Schlafzimmer, wo sie an den kalten Wänden kondensiert. Lüften Sie jeden Raum individuell und halten Sie die Türen zu weniger beheizten Zimmern im Alltag konsequent geschlossen.

Die Kosten für die unauffälligen Fensterfalzlüfter sind vergleichsweise gering und liegen meist bei weniger als 100 Euro pro Fensterflügel inklusive der fachgerechten Werksmontage. Angesichts des effektiven Schutzes vor teuren Feuchtigkeitsschäden stellt diese Investition eine absolut wirtschaftliche Sicherheitsmaßnahme dar.





 
 
 

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